Geschichtliches

Das Türkheimer Musikleben lässt sich bis 1807 zurückverfolgen. In den Aufzeichnungen der Gemeinde werden 44 Gulden für die Beschaffung von “Trommeln und Pfeiffen für die Türkische Musik” - so nannte man damals die Spielmannszüge - im Zusammenhang mir der Aufstellung einer Bürgerwehr angeführt. Weitere Aufzeichnungen belegen, dass die entstandene Bürgerwehr-Musikkapelle auch die musikalische Umrahmung lokaler Festlichkeiten bestritt. Als erster Musikmeister wird Aurel Brem genannt, der sich auch um die Kirchenmusik hoch verdient machte.

Bürgerwehr mit Musikzug vor dem Türkheimer Rathaus aus dem Jahre 1865

Mit dem Ende des Deutschen Kriegs 1866 kam auch das Ende der Bürgerwehr mit ihrem Musikzug, doch erhielten sich die Musiker während dieses Wandels unter gleichbleibender Leitung (Johann Dörfler) ihre Kameradschaft und traten nachweislich 1897 als Orchestergesellschaft auf Vereins- und vaterländischen Festen auf. Diese Kapelle war mit Streich-, Blech- und Holzinstrumenten gut besetzt und umfasste 27 Mann. Die beiden Jüngsten in dieser Kapelle waren der noch bis in die Fünfzigerjahre um das Türkheimer Musikleben verdiente Kapellmeister Alois Himer und der gleichfalls der Musik zeitlebens verbundene spätere Bürgermeister Stefan Singer. Je nach Anlass gestalteten die Streicher und Bläser gemeinsam oder allein das musikalische Geschehen in der Marktgemeinde.

 

Orchester-Gesellschaft Türkheim im Jahre 1897
 

1995 gründete der Orchesterverein unter der 1. Vorsitzenden Hermine Hölzle, auch als Instrument der Nachwuchswerbung, eine eigene Jugendkapelle. Zu Beginn unternahmen dabei aktive Musiker aus dem Verein die Instrumentalausbildung. Nicht zuletzt deren Engagement und die fachliche Expertise der beiden Leiter Hermann Hintner und Armin Lukas, etablierten nachhaltig und erfolgreich die dritte Abteilung des Orchestervereins Türkheim.

+ + +

Der Orchesterverein Türkheim möchte an dieser Stelle in Trauer und Dankbarkeit auch all jenen Musikkameraden, Mitgliedern und Gönnern gedenken, die duch den Tod abberufen worden sind.
"Was unser Herz hinübersendet ins Land der Toten, ist uns wie ihnen zum Segen" (Joseph Bernhart)